Dickpics versenden – eine gute Idee?

Dickpics verschicken - eine gute Idee?
Geni(t)ale Kunst oder lästiges Übel - bei Dickpics scheiden sich die Geister. © Michelangelo Buonarroti

„Oh ha – ein Penis!“ Das mag sich schon so manche Frau beim Online-Dating gedacht haben. Schwanzbilder, Penisbilder, Dickpics. Egal, wie man es nennt: Es ist und bleibt ein heiß diskutiertes Thema zwischen den Geschlechtern. Liv und Alex wollen auch ihren Senf dazugeben. Deswegen: Lasst uns über Penisbilder reden!

Sie sagt:

Da surfst du als Frau Mitte 20 durch die Weiten des Internets und plötzlich springt es dich an. Einfach so aus dem Hinterhalt. Lautlos wie ein Killer – mit einem Aussehen, das du so schnell nicht wieder vergessen wirst: ein Dickpic. Versteht mich nicht falsch, es gibt wirklich schöne Schwänze. Es gibt Penisse, die ich mir, wenn ich Lust darauf habe, immer und immer wieder anschauen könnte.

Die Betonung liegt hier ganz klar auf ‚wenn ich Lust darauf habe‚. Denn was viele Männer anscheinend nicht verstehen: Ein Dickpic ungefragt zu versenden, ist kacke. Große Kacke. Du öffnest nichtsahnend dein Postfach und es blickt dir etwas entgegen, was an einen Nacktmull erinnern könnte. Nur ohne Zähne.

Er sagt:

Mein Schwanz ist wunderschön. Wie gemalt von einem alten Meister. Etwa von Rubens. Kenner der Alten Meister werden nun fragen: So klein? Nun. Ein schon im Buch des Propheten Ezechiel festgehaltenes Ästhetikgesetz besagt: Solange der Penis tiefer hängt als der Hodensack, ist alles im grünen Bereich. Goldener Schnitt und so. Guter Mann, dieser Ezechiel. Wobei ich mir mit der Quelle jetzt nicht ganz so sicher bin.

Mein genitaler Co-Pilot sieht so schön aus, dass ich von der Regel der Dickpic-Königin Soraya Doolbaz, seinen Schwanz ausschließlich erigiert zu fotografieren, ausgenommen bin. Selbst im Ruhezustand ist mein Soulmate aus der Mitteletage ein Anblick für die Halbgötter. 

Sie sagt:

Es will einfach nicht in meinen Kopf, dass Männer ernsthaft glauben, sie könnten damit eine Frau ins Bett bekommen. Was denken sie sich dabei? „Schau her! Ich habe einen Penis!11elf!“ No shit, Sherlock.

Mit dieser Art der Kontaktaufnahme verspielt man sich bei mir gleich alle Karten. Da hilft auch kein Ass im Ärmel. Erste Nachrichten mit Dickpics werden wortlos gelöscht. Obwohl ich manchmal überlege, Dinge zu schreiben wie: „Oh, wächst der noch?“ oder: „Das sieht nicht gut aus, damit solltest du zum Arzt!“. Aber selbst für solche Späße, die unter die Gürtellinie gehen, ist mir meine Zeit zu schade.

Lieber Mann, der du Dickpics verschickst: Das Bild (d)eines Penis beweist mir noch lange nicht, dass ich mit dir im Bett auch auf meine Kosten komme.

Er sagt:

Mein Penis ist wie ein schlafender Hundewelpe, der gelegentlich süß aufzuckt. Nur mit weniger Fell. Gelassenheit, Balance (trotz des Hodenschiefstands) und Verlässlichkeit verströmt seine Ansicht. Ein absoluter Heiratskandidat.

Andere Männer haben da weniger Glück. Deren Geschlechtsteile sehen aus wie mit zittrigen Händen aus Hack geformt, wie unheilbare Fleischnarben oder wie eines dieser Bilder auf einer Zigarettenpackung.

Die Armen müssen für Dickpics entsprechend mehr Aufwand betreiben. Beispielsweise kreativ werden. Inspiriert von der oben genannten Miss Doolbaz zwängen sie Penisse in Batman-Kostümchen, bemalen sie akribisch oder pressen sie in Form. Ist das noch artgerechte Haltung? Mein Penis meint: Nein. Und findet es dennoch lustig.

Dickpics versenden - Tipps
Orestes nach Versenden eines Dickpics: Die Rachegöttinen sind not amused. © William Adolphe Bouguereau

Sie sagt:

Vielleicht macht mir dein Penis ja Versprechungen, die du gar nicht einhalten kannst. Schon mal daran gedacht? Am schönsten ist es ja noch, wenn ich nicht mal dein Gesicht sehe und ein Dickpic bekomme. Als könne ein schöner Schwanz davon ablenken, wenn du optisch sonst einfach nicht mein Typ bist. Da ist es mir auch egal, ob du deinem Penis ein Kostüm mit Sombrero angezogen, deiner Eichel einen Schnurrbart angemalt und deinen Schwanz danach mit Photoshop nach Mexiko verfrachtet hast.

Und abgesehen davon: Sollte es wirklich zu einem Treffen kommen, verdirbst du mir so die ganze Überraschung. Ich möchte nicht schon vor dem ersten Kennenlernen wissen, was mich unter deinen Boxershorts erwartet. Bitte lass es mich doch selbst herausfinden!

Er sagt:

Kreative Penisbilder sind allemal besser als das martialische Stängelheer steifer Schwänze, das da weltweit Dickpics sind ein globales Phänomen die digitalen Postfächer von Frauen penetriert. Meist mit rudimentärem textlichen Informationsgehalt wie: „Hallo.“

Das Bild eines bloßen erigierten Schwanzes ist eine Kriegserklärung. Es soll nur auf eine Sache hinauslaufen. Wobei die andere Partei zumeist gerade gar keine Lust auf Krieg hat. Ein kreatives Dickpic hingegen, begleitet von ein paar humorvollen Zeilen, ist ein beiläufiges, augenzwinkerndes Angebot. Sehr direkt, aber es hat Kontext. Ein Dickpic mit Witz ist nie eindimensional. Der Absender hat ein bisschen Krieg definitiv auf der Agenda, aber der erwähnte Kontext offenbart andere Optionen.

Besonders schöne Dickpics rahme ich mir gerne ein.

Sie sagt:

Ein versöhnliches Wort zum Schluss: Wenn ich explizit danach frage, dann freue ich mich auch über ein Schwanzbild. Egal ob beim losen Chatten oder beim Sexting in einer Beziehung.

Dann ist es mir auch egal, ob er groß, klein, krumm, gerade, faltig oder aalglatt ist. Denn dann geht es um den Kick im Kopf. Es geht darum, dass ich mir vorstelle, was du mit deinem Schwanz bei mir anstellen wirst. Weil ich – und da wären wir wieder am Anfang – Lust darauf habe. Und meinem Gegenüber diese Lust auch klar signalisiert habe.

Sage ich: „Schick mir ein Bild von deinem Schwanz.“ Dann schickst du mir ein Bild von deinem Schwanz. Und nur dann!

PS: Besonders schöne Dickpics rahme ich mir ein. Das sorgt bei Besuchen immer fürs Gesprächsstoff.

Er sagt:

Warum versende ich Dickpics? Weil ich es unterhaltsam finde, weil ich die Reaktionen mag, weil ich ein klein wenig exhibitionistisch bin. Wichtig ist mir: Ein Schwanzbild dient nie der Erstkontaktaufnahme! Erst wenn die Frau ahnt, dass ich einen Großteil des Alphabets sicher anwenden kann, und ich das Gefühl habe, sie weiß es zu nehmen, hat mein wunderschöner Rubens-Schwanz seinen Einsatz. Geht manchmal schief. Oft nicht. Das Schönste am Bild eines ruhenden Schwanzes: Es hat Steigerungspotential.

Ich möchte noch ergänzen: Für die Worte, die mit meinen jeweiligen Dickpics auf Reise gehen  und diesem Textanfang übrigens gar nicht unähnlich sind , mache ich mir sogar die Mühe, die exakte Bibelstelle nachzuschlagen.

Und was meint ihr? Sind Dickpics das Nonplusultra der Kommunikation zwischen Frau und Mann? Oder sollten sie eher in der Sockenschublade verschwinden?

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Dein Liebesbrief von ohja!

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