„Ich steh auf Reiterinnen!” – Ein devoter Mann erzählt

Worauf steht ein devoter Mann?
Ein devoter Mann, der auf Reiterinnen steht: Denis packt aus. © Getty Images/pixalot

Es ist das Klischee der unterwürfigen Frau, das fest in den Köpfen verankert ist. Und das nicht erst seit „Fifty Shades of Grey“. Natürlich geht das Ganze auch umgekehrt: „Das Geschlecht ist kein verlässlicher Indikator für Dominanz oder Devotion”, erklärt Denis (32). Er ist devot und hat eine Vorliebe für Füße. Ich habe ihm vier Fragen zu seinen Erfahrungen als männlicher Sub gestellt.

Als devot werden im Kontext von BDSM Menschen bezeichnet, die ihre sexuelle Lust aus der Erfüllung einer dienenden, hingebungsvollen Rolle gegenüber einem dominanten Sexualpartner beziehen.

Wie hast du deine devote Seite entdeckt?

Wenn ich zurückdenke, hatte ich eigentlich schon immer devote Gefühle und etwas Masochistisches in mir. Bei „Räuber und Polizei” ließ ich mich gerne von den Frauen fangen und beim Indianerspielen wollte ich an den Pfahl gefesselt werden.

Ein Schlüsselerlebnis gab es aber tatsächlich – mit der besten Freundin meiner Schwester: Wir waren an jenem Abend zum Essen bei ihr eingeladen. Gerade, als ich bei ihr eintraf, kam sie vom Reiten nach Hause – in voller Reitmontur. Das hatte eine seltsame Wirkung auf mich. Mir fiel nichts besseres ein, als einen frechen Spruch von mir zu geben, der einen Klaps mit der Gerte zur Folge hatte. Das Ausmaß dieser Handlung war ihr mit Sicherheit nicht bewusst. Wahrscheinlich kann sie sich überhaupt nicht mehr an den Moment erinnern.

Ich erinnere mich, als stünde sie jetzt noch vor mir. Es waren nur ein paar Minuten. Sie änderten alles.

Ich begann im Internet zu stöbern. Dort gab es Dinge, die haargenau meinen Gedanken entsprachen. Mit Reiterinnen. Und Typen, die vor ihnen knien. Ihnen die Stiefel lecken. Fixiert werden. Sich schlagen lassen. Oder sonst wie Schmerz empfangen. Manche werden sogar wie Pferde behandelt. Erregende Vorstellungen. Auf diesen Plattformen, wo es hauptsächlich um Reiterinnen ging, verbrachte ich eine lange Zeit.

Worauf steht ein devoter Mann?
Denis hat eine sexuelle Vorliebe für Reiterinnen und Reitstiefel. Der Klaps mit der Gerte war sein Schlüsselerlebnis. © Getty Images/Casarsa, wragg

Bei meinen „Recherchen” stieß ich immer wieder auf Bilder, auf denen zwar gequält, gekniet und erniedrigt wurde, doch waren es keine Reiterinnen, sondern Frauen mit einer gewissen Ausstrahlung. Ganz ohne Reitoutfit. Dennoch sagte es mir zu. Denn: Auf diesen Bildern durften die Männer die Füße der Frauen massieren und lecken. Und daran riechen. Ein Traum!

Ich lernte, dass ich nicht alleine bin mit meiner Vorliebe für Reiterinnen und Reitstiefel.

Irgendwann begegnete ich dem Akronym BDSM und begann mich in seine weite Welt einzulesen. Ein Feuer entfachte in mir. Ich sehnte mich danach, einer dieser Männer zu sein, die fixiert und geschlagen werden, zum Wohl der Frau beitragen und ihrem Willen unterliegen.

Und mittlerweile: Hast du eine Herrin oder mehrere?

Eine wunderbare Herrin sogar! Wobei sie ja viel lieber Lady genannt wird. Wir haben uns im JOYclub kennengelernt. Sie ist nicht nur meine Lady, sondern auch meine Partnerin. Wir haben quasi eine BDSM-Liebesbeziehung. Jetzt gerade, während ich dir die Antworten auf deine Fragen abtippe, bin ich vor ihr auf dem Boden – auf meiner Hundedecke. Sie liegt auf dem Sofa.

Vor ihr hatte ich zwei Beziehungen, die ich als „Spielbeziehungen“ oder Freundschaft Plus bezeichnen würde. Es waren zwar intensive BDSM-Beziehungen, aber eben ohne Liebe.

Wie tickt ein devoter Mann?
„Ich sehnte mich danach, einer dieser Männer zu sein, die fixiert und geschlagen werden.“ © Getty Images/VikaValter

Worauf stehst du am meisten?

Auf Kaffee. Und im BDSM-Kontext bin ich auf jeden Fall masochistisch veranlagt. Ich mag aber auch viele andere Dinge: Beispielsweise stehe ich, wie bereits erwähnt, voll auf Füße. Ich bin gerne gefesselt. Ich mag es grundsätzlich, die Macht der Frau zu spüren. Es tut mir auch gut, die Frau verwöhnen zu dürfen.

Ich würde das Ganze aber nie an einzelnen Vorlieben festmachen. Das Gesamtpaket macht es aus. Wichtig ist, dass die Partnerin auch wirklich tut, was ihr Spaß macht. Nur so kommen von ihr die Reaktionen, die mich erfüllen.

Wie sehr hast du als devoter Mann mit Vorurteilen zu kämpfen?

Es gibt das fest eingefahrene Vorurteil, dass Männer dominant und Frauen devot sind. Ich stoße immer wieder auf die Aussage, dass es unmännlich ist, sich einer Frau zu unterwerfen. Für mich: absoluter Unsinn! Das Geschlecht ist kein verlässlicher Indikator für Dominanz oder Devotion. Auch nicht für Sadismus und Masochismus. Relevant ist nur, dass zwei Menschen zusammen Erfüllung finden – ganz egal, welche Geschlechter sie haben.

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Euer Liebesbrief von ohja!

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2 Kommentare

  • „Oder sonst wie Schmerz empfangen. Manche werden sogar wie Pferde behandelt.“ Was bitte? KEINE Reiterin würde ihrem Pferd absichtlich Schmerz zufügen oder es schlecht behandeln! Reiten ist ein Sport, der auf Respekt zu den Tieren und den sogenannten Feinen Hilfen basiert und hat nichts mit Schlagen zu tun!

    • Liebe Julia,
      der Satz „Manche werden sogar wie Pferde behandelt.“ bezieht sich keineswegs auf die vorherigen Schmerzen! Denis meinte damit, dass das Rollenspiel zwischen Mann und ‚Reiterin‘ entweder auf der sadomasochistischen Ebene passieren kann (durch den Einsatz von Gerte und Co.) oder auf der Ebene des Petplays – durch Striegeln, Aufsatteln, ‚Reiten‘.

      Ich hoffe, ich konnte das Missverständnis klären!

      Liebe Grüße,
      Liv von ohja!

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