Mingle und die Nicht-Beziehung: Sind wir eigentlich zusammen?

Mingle - die Nicht-Beziehung der Neuzeit.
Sind wir jetzt eigentlich zusammen? Mingle zu sein, ist gar nicht so einfach. © Yuri Arcurs/Getty Images

Früher war alles einfacher. Früher lernte man sich kennen, ging auf Dates und war irgendwann zusammen. Oder eben nicht. Dann trennten sich die Wege wieder. Heute gibt es kein Entweder-oder – denn heute ist man Mingle!

Was ist ein Mingle?

Mingle? Ja, dieses tolle Wort aus mixed und Single ist zwar nicht der neueste Scheiß auf dem Beziehungsmarkt (schließlich berichteten verschiedene Medien schon 2009 davon), aber das macht es nicht weniger nervig!

Es bedeutet: Man befindet sich in diesem Raum zwischen ‚wir daten noch‘ und ‚wir sind zusammen.‘ Und das relativ lange. Vielleicht auch für immer. Denn diese Nicht-Beziehung ist auf den ersten Blick wunderbar einfach: Man nimmt alles Positive aus einer Beziehung – den Sex, die Geborgenheit und Unterstützung und die gemeinsame Aktivitäten – ohne die Endgültigkeit, die der Satz „Wir sind jetzt zusammen.“ mit sich bringt.

Wieso entscheidet man sich für eine Nicht-Beziehung?

Auch gewissen Aufgaben und Verantwortungen kann man sich als Mingle gut entziehen. Geburtstag von Großtante Karla oder Sonntagessen mit der Familie? Fehlanzeige! Man ist ja schließlich kein Paar. Aber nach dem Essen kann man sich gerne zum gemeinsamen Serienabend treffen. Alles super ungezwungen. Doch macht diese erzwungene Ungezwungenheit auf Dauer glücklich?

Mingle zu sein ist gar nicht so einfach.
Einer gibt mehr als der andere: Oft wollen gar nicht beide Partner Mingle sein! © Yuri Arcurs/Getty Images

Mingle sein, kann das wirklich gut gehen?

Oft wollen gar nicht beide Partner in dieser Nicht-Beziehung leben. Häufig gibt, plant und will einer der beiden mehr – und der andere hat Angst vor der Verantwortung.

Aber auf der anderen Seite auch Angst vor dem Alleinsein. Oder vor dem Verlust der Unterstützung und des Halts. Oder des Sex. Und schließlich mag man diesen Nicht-Partner ja auch, sonst würde man keine Nicht-Beziehung mit ihm führen. All das führt dazu, dass man den anderen nicht loslassen möchte, aber ihm auch nicht komplett gehören will. Man ist sich halt einfach noch nicht sicher. Aber wird man das je?

Und was kommt danach?

Irgendwann stellt man seine Nicht-Beziehung vielleicht dem eigenen Freundeskreis vor – aber sicher nicht den Eltern. Wie auch? „Hey Papa, das ist Max. Wir treffen uns für Sex. Nein, keine Fickbeziehung! Wir gehen auch ins Kino und Eis essen und wir kochen gemeinsam und er kümmert sich um die Katzen. Ne, zusammen sind wir aber auch nicht!“

Ich frage mich immer, wie man als Mingle dann den Absprung schafft. Oder worauf man wartet? Dass man eines Tages aufwacht, sich auf dem Bett zum Anderen dreht und sich denkt: „Boahr, neben dir möchte ich eigentlich gerne jeden Tag aufwachen!“ Und wenn man das schon vorher dachte – wieso ist man dann nicht zusammen? Ist das Wort „Beziehung“ schon so ein schlimmer Stempel, dass ihn sich mittlerweile keiner mehr aufdrücken lassen möchte?

Irgendwann möchte ich mich doch auch in einer (Nicht-)Beziehung weiterentwickeln. Ich möchte eine gemeinsame Zukunft planen, mein Leben mit jemand anderem teilen. Oder etwa nicht? Und fällt die Trennung dann nicht noch schwerer, je länger man mit dem anderen diese Nicht-Beziehung führt? (Rhetorische Frage am Rande: Trennen sich Mingles überhaupt? Sie sind ja nicht zusammen…)

Vielleicht bin ich auch nur zu engstirnig, um zu sehen, wie so eine Beziehung das Gelbe vom Ei ist, wenn sie eigentlich gar keine richtige Beziehung ist. Und dass man sich sehr wohl auch emotional entfalten kann, wenn man immer in dieser unsicheren Schwebe ist. Und das Nicht-Beziehungen richtig knorke sind. Aber so wirklich kann ich es mir nicht vorstellen.

Ich weiß nur eins: Ich will nicht niemals nie ein Mingle sein. Und ihr?


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