Putzsklave: Zwei Männer erzählen von ihrem Fetisch

Was macht eiin Putzsklave?
"Die Rolle eines Putzsklaven ist speziell. Das gebe ich zu", sagt Markus. © Getty Images/May_Anderson

Es gibt Männer, die lassen sich bewusst erniedrigen. Es erregt sie, wenn sie nackt, auf allen Vieren auf dem Boden herumkriechen und akribisch die Fliesen putzen. Sie sind Putzsklaven. So wie Markus (35). Er lebt mit seiner Frau in einer BDSM-Beziehung. Dass er zuweilen in die Rolle eines Putzsklaven schlüpft, ist Teil ihres Liebesspiels. Auch, dass sie ihm dabei Schmerzen zufügt.

Tim (26) hingegen hat schon für viele unterschiedliche Frauen geputzt. Manchmal lief diese Art der Vereinbarung länger und er durfte öfters zu ihnen kommen. Oder es war einmalig. “Aktuell darf ich leider für niemanden putzen. Es ist nicht so einfach, jemanden zu finden”, erzählt er. Das kann ich mir persönlich gar nicht vorstellen. Ich habe mich mit beiden unterhalten und sie gefragt, was sie persönlich daran reizt, sich als Putzsklave demütigen zu lassen – von einer fremden Frau oder eben von der eigenen.

Wie wird man Putzsklave?

Markus: „Ich bin devot. Meine Frau, ich sage Herrin zu ihr, ist eine Voyeurin mit einem Hang zum Sadismus. Gemeinsam können wir unsere Fetische ausleben. Sie liebt es, mir dabei zuzuschauen, wie ich alltägliche Arbeiten verrichte und dabei Schmerzen aushalten muss. Wir nennen es Putzsklaven-Spiel, denn es ist Teil unseres Liebesspiels. Wir leben diese Rollenverteilung nicht nur in gelegentlichen Sessions aus. Es ist 24/7 präsent.“ Das bedeutet 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

Wir nennen es Putzsklaven-Spiel, denn es ist Teil unseres Liebesspiels.

Tim: „Ich habe meine devote Seite relativ früh entdeckt. Beim Sex merkte ich, dass es mir gefällt, wenn man mich fesselt und mir Anweisungen gibt. Die Rolle des Putzsklaven habe ich zum ersten Mal vor drei Jahren eingenommen. Ich hatte ein Gesuch in der Erotik-Community JOYclub gelesen und wollte es einfach mal ausprobieren.“

Welches Outfit trägt ein Putzsklave?

Markus: „Keines. Ich bin dabei – von diversen Gewichten und Folterinstrumenten an meinen Genitalien abgesehen – komplett nackt.“

Auch Tim hat bisher immer nackt geputzt. „Manchmal habe ich dabei einen Analplug getragen. Das hat mich ziemlich angemacht. Mir wurde aber auch schon mal der Hoden und der Penis abgebunden. Ein anderes Mal wurden mir Gewichte daran gehangen. Das hat die Herrin aber mehr erregt als mich.“

Was ist so reizvoll an dieser Rolle?

Tim: „Ich möchte die Herrin beim Putzen zufriedenzustellen. Es reizt mich, zu wissen, dass ich für sie nie etwas Besseres sein werde als ein Putzsklave. Das ist eine demütigende Situation, die durch das Nacktsein vor einer angezogenen Person verstärkt wird. Aber genau das macht mich eben geil.“

Für Markus stehen die Schmerzen, die er während des Putzens aushalten muss, an erster Stelle: „Ich bin masochistisch. Die harte Stimulation an meinen Genitalien erregt mich. Je intensiver, umso geiler ist es für mich. Die Schmerzgrenze ist dabei für mich irrelevant. Wenn ich die Gewissheit habe, dass ich dabei keine nennenswerten oder gar dauerhaften Schäden trage, kann es für mich auch über das Unerträgliche hinausgehen. Bis dort hin, wo der Schmerz mir die Geilheit letztendlich doch nimmt. Und ein Stückchen darüber hinaus.“

Ein Mann putzt
Schrubben, schrubben, schrubben. Die Herrin mag es schließlich schön sauber. © Getty Images ljubaphoto

Wie lange dauert eine Putzsession?

Markus: „In der Regel so lange, bis mein Anblick die Erregung meiner Herrin soweit gesteigert hat, dass sie mehr will. So eine Putzsession ist für uns nichts Abgeschlossenes, sondern unser Vorspiel. Das kann eine Stunde dauern. Oder länger. Ich habe mal unsere komplette Diele gestrichen und anschließend noch geputzt. Das hat acht Stunden gedauert.“

Welche Aufgaben muss ein Putzsklave erfüllen?

Tim: „Einmal hatte eine Dame im Nebenzimmer Sex mit einem Mann. Als die beiden fertig waren, musste ich das Bett neu beziehen, alles aufräumen und die benutzten Sextoys sauber machen und desinfizieren. Ziemlich demütigend. Ein anderes Mal musste ich den Stiel einer Toilettenbürste in den Mund nehmen und so die Toilette reinigen. Das sind manchmal echt fiese Sachen. Aber das macht mich eben auch an.“

Markus: „Bei mir sind es oft ganz normale Putztätigkeiten wie Saugen, Wischen, das Bad und die Toilette putzen. Gelegentlich aber auch unsinnige Tätigkeiten wie den Küchenboden mit der Zahnbürste zu reinigen. Gerne darf ich den Schmutz auch vom Boden lecken.

Gerne darf ich den Schmutz auch vom Boden lecken.

Im Wesentlichen besteht meine Aufgabe aber darin, meiner Herrin als Lustobjekt zu dienen. Es geht darum, dass ich mich ihr in alltäglichen Situationen auf diese Art präsentiere.“

Vielen Dank für das Interview, Markus und Tim!

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