Sex mit Umschnalldildo – Was ist eigentlich Pegging?

Sex mit Umschnalldildo - Go oder No-Go?
Rollentausch beim Sex - Was ist daran reizvoll? Symbolbild mit Alex als Model. © Chris Marten Photography

Habt ihr beim Sex schon mal daran gedacht, die Rollen zu tauschen? Dass SIE ihn mal nimmt – mit einem Umschnalldildo? Diese Sexpraktik nennt man Pegging.

Was ist Pegging? Als Pegging bezeichnet man den Sex mit einem Umschnalldildo (engl Strap-On). Dabei ist es völlig egal, ob es sich um einen Rollentausch zwischen Mann und Frau oder eine intime Beziehung zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren handelt.

Sex mit Umschnalldildo – Zwei Erfahrungsberichte

Wir haben uns mit Henning und Lucy über ihre jeweiligen Erfahrungen beim Pegging unterhalten. Die beiden sind zwar kein Paar, haben aber jeder für sich eine Menge über Pegging gelernt. Daraus entstand ein Gespräch über Sex mit einem Umschnalldildo, welches wir euch nicht vorenthalten wollen!

Wieso gerade Pegging?

Henning: Das mit dem Pegging ist ja so ne Sache. Nach unzähligen Versuchen bin selbst ich mir immer noch nicht sicher, ob ich es mag oder nicht.Im Gegensatz zur landläufigen Meinung kommt der Strap-On nicht nur bei lesbischen Paaren zum Einsatz. Man kann damit auch durchaus den Mann anal befriedigen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es kann unfassbar viel Lust bereiten.

Lucy: Ich bin eigentlich sehr devot und gebe im Bett gerne die Zügel aus der Hand. Pegging war für mich die Möglichkeit, auch mal eine andere Seite an mir zu entdecken, der ich bis dahin noch keine Bedeutung zugemessen hatte. Dabei ging es mir weniger darum, meinen Partner zu dominieren, als ihm durch das Pegging Lust zu bereiten. Die eigene körperliche Befriedigung stand im Hintergrund – es war sozusagen mehr „Sex für den Kopf“.

Wie war euer erstes Mal Sex mit einem Strap-On?

Henning: Ich erinnere mich noch ganz genau an mein erstes Mal Pegging. Ich hatte schon immer den Wunsch, auch mal die Kontrolle abzugeben, um mich ganz fallen lassen zu können. Da ich sowohl im Alltag als auch im Bett meist sehr dominant bin, sollte dies eine willkommene Abwechslung für mich sein. Da ich nicht ganz unerfahren bin, was anale Stimulation angeht, und schon immer recht angetan davon war, hatte ich hier auch keinerlei Scham.

Perfekt wäre natürlich ein Penis aus Fleisch und Blut gewesen. Da ich mich aber nicht zu Männern hingezogen fühle, musste eben ein Silikontoy “dran glauben”. Kurz vor meinem 30. Geburtstag war es dann soweit.

Lucy: Mein Freund beichtete mir eines Tages, dass er gerne einmal anal verwöhnt werden möchte. Zuerst versuchten wir es mit Prostatamassage und Rimming, doch irgendwann wollten wir aufs Ganze gehen. Also kauften wir gemeinsam im Internet einen Strap-On samt Geschirr. Ich durfte ihn aussuchen. Da ich selbst nicht viel von schwarzem Lack und Leder halte, wurde das Geschirr rosa und der Strap-On pink.

Strap-Ons gibt es in vielen Varianten:
– strapless Strap-Ons
– Strap-Ons mit Geschirr (aus Leder, Kunststoff, Gummi, etc.)
– hohle Strapons (z.B. für Männer mit Erektionsproblemen)

Henning: Meine Vorstellungen und Fantasien gingen schon seit Jahren mit mir durch, aber ich habe sehr lange Zeit gebraucht, um sexuell so mit mir im Reinen zu sein, dass ich diese Wünsche auch in die Tat umsetzen wollte und konnte.

Mein Objekt der Begierde damals war der halterlose SHARE der Fun Factory, der zu jener Zeit noch recht neu auf dem Markt war. Mir gefiel besonders an diesem Toy, dass keine Gurte vorhanden sind, die beim Akt stören könnten und somit besonders viel Intimität hergestellt werden kann. Entscheidend war auch, dass der eine Teil des Strap-Ons in die Trägerin eingeführt wird, so dass diese beim Einsatz nicht ganz leer ausgeht.

Pegging - Sex mit Umschnalldildo
So klappt’s mit dem Pegging! © JOYclub

Lucy: Ich selbst bin kein Fan von halterlosen Strap-Ons. Auch wir haben den SHARE einige Zeit später gekauft, weil ich wissen wollte, ob sich der Sex damit noch besser anfühlt. Jedoch fand ich den Sex mit dem Strap-On auf einmal unglaublich anstrengend. Du musst dich nicht mehr nur auf das Zustoßen konzentrieren, sondern deine Beckenbodenmuskeln auch gut genug anspannen, damit der Strap-On nicht herausrutscht. Zu viel Arbeit für mich.

Wie geht man als Frau denn mit einem “neuen Körperteil” um?

Henning: Meine Freundin war bei unserem ersten Mal Pegging übervorsichtig, was mich etwas genervt hat. Klar, sie wollte mir nicht wehtun, aber ich hätte mir gewünscht, dass sie etwas aktiver vorgeht und mehr Einsatz zeigt. Sprich: Ich hätte gerne mehr die devote Seite ausgelebt, statt ihr Anweisungen zu geben, wie sie vorgehen soll.

Lucy: Ich gestehe: Es ist anfangs wirklich kompliziert mit so einem Penis. Schließlich fühlt man nichts an dessen Spitze und muss mit den Fingern beim Einführen nachhelfen. Dazu kommen die ungewohnten Stoßbewegungen. Und zwischendurch kann es passieren, dass man den Strap-On zu weit herauszieht und plötzlich ins Leere stößt. Aber schon nach wenigen Minuten hatte ich den Dreh raus.

Henning: Die Stoßbewegungen waren auch – wie abzusehen – sehr ungewohnt für sie, so dass das erste Mal eher ein Reinfall war. Für uns beide. Ich muss zugeben, ich hab es mir im Kopf deutlich spannender, aufregender und intensiver vorgestellt. In Wirklichkeit war es aber eher verkrampft und unsexy.

Sex mit Umschnalldildo - So macht ihr es richtig!
Ein offenes Gespräch über die Ängste und Wünsche beim Pegging wirkt wahre Wunder! © Chris Marten Photography

Verkrampft und unsexy – Welche Gedanken spielen sich im Kopf noch ab?

Lucy: Ich war etwas neidisch – gerne hätte ich gewusst, wie sich mein Partner beim Sex anfühlt. Wie es ist, in IHN einzudringen und nicht, ihn in mir zu spüren. Aber zu merken, wie ich ihm durch meine Bewegungen und Stöße Lust verschaffte, zerstreute schnelle jeden Neid. Ich dachte mir „Wow – du kannst ihm gerade das zeigen, was du sonst fühlst!“ und verstand, wieso er es so erregend fand, wenn er mich vögelte.

Henning: Was sie wohl in dem Moment über mich dachte? Keine Ahnung. Ich weiß aber noch, wie ungewohnt es für mich war, ihr meinen Po entgegenzustrecken. Ich selbst dachte: Aua. Leider, so muss ich im Nachhinein sagen, gab es beim ersten Pegging-Versuch keinerlei Vorbereitungen meinerseits. Kein Vorspiel, kein Vordehnen, kein Nichts. Die Spitze des SHARE war etwas zu groß für mich, so dass es anfangs etwas schmerzhaft für mich war.

Heute mache ich das anders: Ich dehne mit den Fingern oder einem kleinen Analplug vor, nutze Gleitgel auf Öl- oder Silikonbasis (schmiert besser und länger als auf Wasserbasis) und bei größeren Toys auch ein Relaxspray.

Pegging ist eine Sexualpraktik, bei der die Frau den Mann mit einem Umschnalldildo befriedigt.
Eine Vorliebe für anale Spiele ist die perfekte Grundlage, Pegging zu entdecken! © Chris Marten Photography

Gehört Sex mit dem Strap-On für euch zum Sexleben dazu?

Lucy: In einer früheren Beziehung hatte ich zu ⅔ „normalen“ Sex, bei dem ich penetriert wurde und zu ⅓ Sex mit dem Strap-On. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich gerne genauso oft Sex mit Strap-On gehabt wie ohne. Für mich gehört es auf jeden Fall zu einem erfüllten Sexleben dazu.

Henning: So wie bei der analen Penetration bei Frauen, ist das nichts für jeden Tag. Man muss schon ganz konkret Lust darauf haben und sich danach fühlen. Einen Mann anal zu befriedigen, ist durchaus eine Herausforderung. Trotz alledem ist es bis heute nicht so geworden, wie ich es mir all die Jahre in meinem Kopf ausgemalt habe; irgendwas fehlt mir da noch.

Vielleicht ist es mit einem männlichen aktiven Part, ganz ohne zusätzliche Toys, was anders. Ich schätze, ich werde es wohl nie erfahren …

Hast du Fragen zu einer bestimmten Sexpraktik? Oder möchtest gerne mehr über ein neues Sextoy erfahren? Schick uns deine Fragen an redaktion@ohja.de – vielleicht gibt es hier dann schon bald einen Artikel dazu!

Hat sich durch Pegging etwas an eurem Sexleben geändert?

Henning: Zumindest habe ich durch Sex mit dem Umschnalldildo einen anderen Blickwinkel bekommen, meinen sexuellen Horizont erweitert und weiß nun auch, wie unangenehm und schmerzhaft Analsex bei falscher Anwendung sein kann. Seitdem bin ich auch viel vorsichtiger diesbezüglich bei Frauen! Ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben und kann jedem Mann nur ans Herzen legen, das auch mal auszuprobieren. Besonders wenn man bereits mal einen Finger – beispielsweise beim Blowjob – in sich hatte und einem das gefiel, könnte Pegging der nächst logische Schritt sein. Und wer weiß, vielleicht wird es ja eine neue Lieblings-Spielart?!

Lucy: Ob es mein Sexleben verändert hat? Oh ja! Es hat viele Dinge verbessert: Ich habe ein besseres Verständnis für meinen Partner und seine Bedürfnisse entwickelt. Ich habe für mich selbst eine neue Art der Lust entdeckt und kann diese in zukünftige Beziehungen mitnehmen.

Von Rollenklischees halte ich weder im Bett noch außerhalb etwas. Einige denken wohl, dass Mann und Frau durch Pegging endlich auf einer Stufe stehen würden. Aber mal ehrlich – brauche ich jetzt auch noch im Bett einen Penis, um einem Mann ebenbürtig zu sein? Ich hoffe nicht. So wie BDSM, Blümchen-Sex oder Oral-Verkehr ist Pegging für mich einfach nur eine weitere Art, tollen Sex zu haben. Nur eben anders.


Henning schreibt eigentlich auf dem Sextoy-Blog Strap on it. Sein Ziel ist es, Masturbatoren und Strap-Ons so gesellschaftsfähig zu machen, wie Vibratoren für Frauen es bereits heute sind.

Dieses Vorhaben möchte Lucy gerne unterstützen. Die treue ohja!-Leserin schrieb uns vor kurzem an, ob wir nicht mal über ihr Wunschthema “Pegging” berichten wollen. Wie ihr seht, wollten wir.


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