Die wahre Liebe: Schluss mit Pseudo-Tipps!

Die wahre Liebe -gibt es sie?
Die große Liebe: Darauf kommt es wirklich an. © iStock/AleksandarNakic

Woran erkennt man die große Liebe? Für viele ist es die Sinnfrage schlechthin. Ines hat sich diesem Thema angenommen und ihre Gedanken zur ‚Wahren Liebe‘ niedergeschrieben.

Im Internet reihen sich unzählige Beiträge mit vielerlei Ratschlägen aneinander: So soll man sich immer wieder neu entdecken, sich uneingeschränkt vertrauen oder sich am Hobby des Partners ausprobieren. Zweifelsohne: Diese und andere Tipps sind nicht grundsätzlich Mumpitz. Aber sind sie wirklich Parameter für die wahre Liebe? Ich sage nein!

Kopf aus, Herz an! Nicht denken, sondern fühlen!

Ich behaupte mal mutig, dass ich in meinem Leben schon tief und innig geliebt habe. Und ja, ich würde weiter behaupten, dass auch viele der medial propagierten Anzeichen von wahrer Liebe auf die langjährigen Beziehungen zugetroffen haben. Dennoch waren Aspekte, dass wir gemeinsam eine Wohnung renovieren, auch mal heftig streiten oder in vielerlei Hinsicht aneinander wachsen konnten, für mich nicht ausschlaggebend. Darüber habe ich einfach nicht nachgedacht. Und genau das macht Liebe für mich aus! Nicht denken, sondern einfach nur fühlen!

Bewusst den Augenblick erleben und genießen. Es mag theatralisch klingen, aber der Aussage wohnt so viel Wahres inne: Nichts zählt mehr als der Moment. Meines Erachtens grübeln wir Menschen viel zu sehr über Vergangenes, denken viel zu sehr in der Zukunft und vergessen darüber das Hier und Jetzt. Wir leben nicht im Gestern oder im Morgen, wir leben in diesem Augenblick. Und diesem Augenblick, diesem Gefühl, sollten wir die Chance geben, unvergessen zu werden.

Erst die große Liebe und dann der Umzug.
Mit der großen Liebe zieht man gern zusammen! © iStock/Xavier Arnau

Die Kunst des Liebens: Muss man Liebe lernen?

Ganz klar: Den Augenblick gedankenfrei zu genießen, ist nicht immer einfach. Insbesondere dann, wenn man vielleicht gerade stürmische Zeiten durchlebt. Liebe bedeutet auch Mühe und Arbeit. Nichtsdestotrotz und gerade deshalb ist Liebe nicht nur ein Gefühl, sondern auch eine Fähigkeit. Erich Fromm geht sogar so weit zu sagen, dass Liebe eine Kunst ist, eine Kunst, die man erlernen muss.

Ich schwärme selten für ein Sachbuch, aber „Die Kunst des Liebens“ von Fromm hat es mir wirklich angetan. Abgesehen von ein paar veralteten gesellschaftlichen Ansichten, bringt es der Psychoanalytiker in für mich eindrucksvoller Weise auf den Punkt:
„Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt. Ganz allgemein kann man den aktiven Charakter der Liebe so beschreiben, daß [sic] man sagt, sie ist in erster Linie ein Geben und nicht ein Empfangen. […]“ *

Was gibt ein Mensch, wenn er liebt?

Aber was gibt ein Mensch dem anderen? Jetzt kommt das Entscheidende, das man sich meines Erachtens immer vor Augen halten sollte:
„Er gibt etwas von sich selbst, dem Kostbarsten, was er besitzt, er gibt etwas von seinem Leben. Das bedeutet nicht unbedingt, daß er sein Leben für den anderen opfert – sondern daß er ihm etwas von dem gibt, was in ihm lebendig ist; er gibt ihm etwas von seiner Freude, von seinem Interesse, von seinem Verständnis, von seinem Wissen, von seinem Humor, von seiner Traurigkeit – von allem, was in ihm lebendig ist. Indem er dem anderem auf diese Weise etwas von seinem Leben abgibt, bereichert er ihn, steigert er beim anderen das Gefühl des Lebendigseins und verstärkt damit dieses Gefühl des Lebendigseins auch in sich selbst.“ *

Er gibt etwas von sich selbst, dem Kostbarsten, was er besitzt, er gibt etwas von seinem Leben.

Die Kunst zu beherrschen, sich so vor einem anderen Menschen zu öffnen und dadurch selbst lebendig zu werden, ist für mich Liebe! Für mich gibt es auch nicht DIE eine große Liebe. Die Liebe für den einen Partner ist auch nicht besser oder schlechter als für einen anderen, sie ist einfach anders. Es sind andere Momente und Augenblicke. Aber es ist die gleiche Fähigkeit, die gleiche Kunst. Die Kunst des Liebens! Die Kunst zu fühlen und sich zu öffnen.

Höre also einfach auf dein Herz, dann benötigst du keine Anzeichen für die wahre Liebe. Du fühlst es!

* Fromm, E. (1956): Die Kunst des Liebens. München. 73. Auflage 2015, S. 33-36


Gibt es für euch die eine wahre Liebe?

Glaubt ihr an den einen „Richtigen“ oder sehr ihr es wie Ines, dass es mehr als einen Richtigen für euch geben kann? Diskutiert mit uns in den Kommentaren oder auf Facebook!

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Euer Liebsbrief von ohja!

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