„Ich steh auf Fisting!“ Zwei Frauen erzählen, wie Fisten funktioniert

Wie funktioniert Fisting?
"Und plötzlich war seine ganze Faust in mir!" Zwei Frauen erzählen von ihren Erfahrungen beim Fisten. © GettyImages/John Howard

Fisting ist für viele noch das Oh-mein-Gott-Tabuthema. Denken wir an Fisting, haben wir zuerst die Pornoszenen im Kopf, in denen bullige Männer ihre behaarten Fäuste mit Gewalt in zierliche Frauen stopfen. Doch damit hat Fisting eher weniger zu tun.

Ich habe mich mit Pia und Sonja unterhalten. Die beiden sind Mitglieder in der Erotik-Community JOYclub und praktizieren seit einigen Jahren Fisting und erzählen von ihren Erfahrungen.

Was ist der Reiz am Fisting?

Viele schrecken beim Begriff Fisting erstmal zurück. „Ich selbst zählte mich gern zu der ‚maximal-3-Finger-in Frau-Fraktion‘, und dachte tatsächlich, es sei schon recht viel und ausreichend“, erzählt Sonja. „Als ich dann erstmals von dieser außergewöhnlichen Sexpraktik erfuhr, wirkte Fisten auf mich nur total abstoßend und befremdlich.“

Fisting beginnt im Kopf – mit einer wahnsinnigen Lust!

Doch auch für Sonja war irgendwann der Punkt gekommen, an dem sie es unbedingt ausprobieren wollte: „Vor lauter Lust in mir wollte ich gefistet werden. Ich dachte: Wenn nicht jetzt, wann dann? Es klappte auch relativ schnell, schon bei unserem zweiten oder dritten Versuch. Plötzlich war seine Faust wirklich vollständig in mir. Das war schier unfassbar. Ich wurde nicht nur mit wahnsinnigen Orgasmen belohnt, ich squirtete zwischendurch sogar. Holla die Waldfee! Jetzt verbinde ich Fisten nur noch mit hemmungsloser Lust, vollster Hingabe und unglaublich intimer Nähe.

Würdest du gerne einmal Fisting ausprobieren?

    Auch Pia war von Beginn an aufgeschlossener für die Welt des Fistings. Pia: „Ich habe damals im JOYclub einen Mann kennengelernt, der das Fisten liebt. Ich selbst hatte es noch nie erlebt, aber schon darüber gelesen. Und ich war sehr neugierig, wie es sich anfühlt.“

    Wie fistet man richtig?

    Pia: „Wir haben ganz vorsichtig begonnen und gefühlte 10 Liter Gleitgel verbraucht. Zu Anfang konnte ich mich nicht richtig entspannen, aus Angst, dass da irgendwas reißen könnte. Aber mein Partner hat es sehr behutsam und langsam gemacht. Bei jedem Finger mehr in mir hat er mir Zeit gegeben, die Dehnung zu fühlen. Er hat dabei ständig mit mir geredet und sofort gestoppt, wenn es weh tat.“

    So geht Fisting Video
    So geht Fisting: Das Anleitungsvideo im JOYclub!

    Ihr merkt, Fisting hat nichts mit „Ich ramm dir meine Faust in die Muschi!“ zu tun, was man oft in Pornos sieht. Für Fisting braucht es neben einer guten Vorbereitung vor allem eines: viel Zeit. Da Worte diese Praktik nur schwer beschreiben können, schaut ihr euch am besten eine Video-Anleitung an!

    Und wie fühlt sich Fisting an?

    Sonja: „Es ist wirklich schwer, für diese unglaublichen Gefühlswelten überhaupt passende Worte zu finden. Dieses herrliche ‚Einrasten‘ seiner Faust, nachdem die Stelle mit dem größten Umfang (die Fingerknöchel) überwunden ist. Dann möchte ich am liebsten die Zeit anhalten und ewig genießen – nur noch genießen. Ich glaube, näher kann man einem Menschen nicht sein als beim Fisten. Ich sehe dabei Sterne – ach was, vor lauter Glücksgefühlen fange ich an zu schreien.“

    Manchmal denke ich dabei: Boah, mir haut’s gleich alle Sicherungen raus!

    Sonja: „Noch tagelang fühle ich mich dann immer so herrlich zufrieden. Diese langanhaltende, unglaublich tiefe Befriedigung kannte ich von früher überhaupt nicht in dieser wundervollen Intensität.“

    Auch Pia findet nur schwer die richtigen Worte für ihre Erfahrungen: „Ich kann es schlecht beschreiben, aber ich fühle dabei eine unbeschreibliche Nähe zu ihm, die ich bei normalem Verkehr nicht habe. Dieses innerliche Berühren oder Streicheln schafft kein Schwanz. Es ist dieses komplette Ausgefülltsein, dass ich so genieße. Auch die Dehnung, wenn er mich mit geschlossener Faust penetriert.“

    Fisting - Wie geht das eigentlich?
    Was ist der Reiz am Fisten?
    © Unsplah/Brooke

    Fisting ist ein fester Bestandteil des Sex. Es gehört bei uns dazu.

    Sonja: „Früher noch selbst absolut kopfschüttelnd beim Thema Fisten, könnte ich es jetzt keinesfalls mehr aus meinem Sexleben wegdenken.

    Sollte jede Frau einmal Fisting ausprobieren?

    Die Gretchen-Frage: Gehört Fisting zu einem erfüllten Sexleben dazu? Sollte jede Frau einmal in den Genuss kommen?

    Sonja kann auf die Frage nur mit Jein antworten: „Frauen, die es nur aus Neugier versuchen wollen und dabei tief in ihrem Inneren befürchten, dass dort wohl kaum eine Faust reinpasst, sollten es besser lassen. Ebenso Frauen, die es primär tun, um dem Mann zu gefallen. Solche Aktionen gehen sehr wahrscheinlich schief. Frau kann es mal probieren, wenn sie sich wirklich für Fisting interessiert. Wichtig dabei ist ein empathischer und behutsamer Partner, der sehr auf ihre Körpersprache achtet und darauf eingeht.“

    Auch Pia stimmt zu, dass ein einfühlsamer Partner das A und O beim Fisten ist: „Ich würde mir wünschen, dass zumindest jede Frau mal darüber nachdenkt, es nicht gleich ablehnt. Ein Versuch ist es jedenfalls wert. Zumindest dann, wenn sie einen Partner hat, der einfühlsam und vorsichtig ist.“

    Ein Schlusswort von Herzen

    Wir möchten diesen Beitrag gerne mit einem Zitat von Sonja schließen, die ihre Liebe zum Fisten treffend in Worte gepackt hat:

    Für mich ist Fisten eine Passion. Fisten beginnt im Kopf – mit einer wahnsinnigen Lust. Fisten beginnt mit einer irren Gier und Geilheit auf den Partner. Fisten beginnt mit Hingabe und Vertrauen. Fisten fängt mit sich öffnen wollen an, mit freiem Kopf, mit totalem Loslassen und Fallenlassen. Frauen, die sich in diesen Worten wiederfinden, denen wünsche ich schon mal ganz viel Freude und Genuss beim Fisten.“

    Wir bedanken uns bei Sonja und Pia für dieses spannende Interview!

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